Ein Ort der Erinnerung
Die Genozid-Gedenkstätte Kigali (Kigali Genocide Memorial) liegt im Stadtteil Gisozi. Nach eigener Angabe ist sie die Ruhestätte von 250.000 Opfern des Genozids an den Tutsi in Ruanda 1994. Diese Zahl bezieht sich auf die Menschen, die hier bestattet sind. Sie ist nicht die Gesamtzahl der Opfer des Genozids.
Die Gedenkstätte ist ein Ort der Trauer und des historischen Lernens. Ihre Ausstellungen behandeln die Vorgeschichte, den Genozid selbst und seine Folgen. Planen Sie den Besuch mit ausreichend Zeit und möglichst ohne festen Termin im Anschluss.
Diese Seite gehört zu einem unabhängigen Reiseführer. Sie ist nicht die Website der Gedenkstätte und steht weder mit der Gedenkstätte noch mit der Regierung Ruandas in Verbindung. Verbindliche Auskünfte gibt allein die Gedenkstätte. Die Angaben unten entsprechen dem, was die Gedenkstätte im Oktober 2026 veröffentlicht hat.

Der Genozid an den Tutsi in Ruanda 1994
Am 6. April 1994 wurde das Flugzeug der Präsidenten Habyarimana und Ntaryamira abgeschossen. In den folgenden etwa 100 Tagen kam es in ganz Ruanda zu Massentötungen. Wie das Archiv des Internationalen Strafgerichtshofs für Ruanda festhält, richtete sich die Gewalt vor allem gegen Tutsi-Zivilisten. Auch gemäßigte Hutu wurden angegriffen.
Der Genozid lässt sich nicht auf einen spontanen „Stammeskonflikt“ verkürzen. Diese Beschreibung verzerrt, was geschehen ist. Wer sich vor dem Besuch mit dieser Geschichte befasst, ist auf die Ausstellungen besser vorbereitet.
Die Vereinten Nationen in Ruanda verwenden den Begriff „Genocide against the Tutsi“, vollständig „1994 Genocide against the Tutsi in Rwanda“. So steht es auch in ihrem Gedenkbericht vom 22. April 2026. Im Deutschen entspricht dem „Genozid an den Tutsi in Ruanda 1994“. Dieser Reiseführer verwendet die Bezeichnung auf allen Seiten.
Was die Gedenkstätte zeigt
Die Gedenkstätte verbindet Ausstellungen in Innenräumen mit Gärten und Gräbern im Freien. Die Reihenfolge unten folgt den Themen, die die Gedenkstätte beschreibt.
Die Vorgeschichte
Die Ausstellungen beginnen mit dem Hintergrund, also mit der Geschichte, die dem Genozid von 1994 vorausging.
Der Genozid
Ein weiterer Teil behandelt den Genozid selbst, die etwa 100 Tage ab April 1994. Er enthält Zeugnisse. Manche Inhalte sind sehr belastend.
Aufarbeitung und Folgen
Weitere Ausstellungen zeigen die Folgen des Genozids und wie Ruanda seit 1994 mit ihnen umgeht.
Biografien von Kindern
Die Gedenkstätte stellt außerdem Biografien von Kindern vor, die zu den Opfern gehören.
Gedenkgärten und Gräber
Im Freien liegen die Gedenkgärten und die Gräber der hier bestatteten Opfer. Die Gräber dürfen nicht betreten werden.
Öffnungszeiten, Eintritt und Schließtage
Der Eintritt ist frei. Die Gedenkstätte hat eine eigene Spendenseite, eine Spende ist aber kein Eintrittsgeld.
| Thema | Angaben |
|---|---|
| Reguläre Öffnungszeiten | Täglich 9 bis 17 Uhr, letzter Einlass 16 Uhr |
| Letzter Samstag im Monat | 13 bis 17 Uhr, wegen Umuganda |
| Geschlossen | 25. Dezember und 1. Januar; normalerweise auch am Vormittag des 7. April |
| Kurzfristige Schließungen | Für VIP-Besuche sind mehrstündige Schließungen auch kurzfristig möglich |
| Eintritt | Frei; Spenden sind freiwillig |
| Alter | Kein Zutritt für Kinder unter 12 Jahren |
| Empfohlene Dauer | Mindestens 1,5 Stunden |
Am letzten Samstag im Monat sind während Umuganda Straßenverkehr und Handel in Ruanda deutlich eingeschränkt. Eine im November 2025 veröffentlichte Studie nennt dafür 8 bis 11 Uhr. Fällt Ihr Besuch auf diesen Tag, planen Sie ihn für den Nachmittag. Mehr zu Umuganda finden Sie auf der Seite zu Kigali.
Das Audioguide-Paket Ubumuntu
Die Gedenkstätte bietet das Paket Ubumuntu an. Es enthält den Audioguide, eine Rose und je nach Variante eine Anstecknadel sowie einen WLAN-Gutschein für das Café. Einen eigenen Preis nur für den Audioguide nennt die Gedenkstätte nicht.
| Besuchergruppe | Mit Anstecknadel | Ohne Anstecknadel |
|---|---|---|
| Internationale Erwachsene und Studierende | 30 US-Dollar oder 40.000 RWF | 20 US-Dollar oder 30.000 RWF |
| Besucher aus der EAC | 20 US-Dollar oder 30.000 RWF | 15 US-Dollar oder 20.000 RWF |
Preise in US-Dollar oder Ruanda-Franc (RWF), Stand Oktober 2026 laut Gedenkstätte. EAC steht für die Ostafrikanische Gemeinschaft. Fragen Sie am Empfang, in welchen Sprachen der Audioguide derzeit verfügbar ist.
Führungen mit Mitarbeitenden der Gedenkstätte
Gruppen können eine Führung durch eigene Mitarbeitende der Gedenkstätte buchen. Der Preis gilt pro Gruppe.
| Gruppengröße | Preis pro Gruppe |
|---|---|
| 1–5 Personen | 200 US-Dollar oder 300.000 RWF |
| 6–10 Personen | 300 US-Dollar oder 400.000 RWF |
| 11–15 Personen | 400 US-Dollar oder 500.000 RWF |
| 16–20 Personen | 500 US-Dollar oder 600.000 RWF |
Für Studierende und Besucher aus der EAC nennt die Gedenkstätte 15 Prozent Nachlass. Fragen Sie nach, ob er sich mit anderen Angeboten kombinieren lässt. Eine Voranmeldung wird empfohlen. Gruppen mit mehr als 15 Personen melden sich mindestens eine Woche vorher an, Gruppen mit mehr als 30 Personen werden geteilt. Rechnen Sie ohne Voranmeldung nicht fest mit einer Führung.
Verhalten in der Gedenkstätte
Die Gedenkstätte bittet um respektvolles Verhalten auf dem gesamten Gelände. Zusammengefasst:
- Kleiden und verhalten Sie sich respektvoll.
- Betreten Sie die Gräber nicht.
- Im Außenbereich ist Fotografieren erlaubt und kostenlos. In den Ausstellungen sind keine Fotos gestattet.
- Professionelle Fotografen, Filmteams und Journalisten benötigen eine Genehmigung oder Akkreditierung der Gedenkstätte.
In Ruanda sind außerdem Plastiktragetaschen verboten. Lassen Sie sie zu Hause, wie in den Reisetipps für Ruanda beschrieben.

Anreise und Planung des Besuchs
Die Adresse der Gedenkstätte ist KG 14 Avenue, Gisozi, Kigali. Das Parken ist kostenlos. Die nächste Bushaltestelle, Kinamba, liegt etwa 0,8 km entfernt. In den Bussen Kigalis zahlen Sie mit der Chipkarte Tap&Go; prüfen Sie die Linie vor der Fahrt beim Busbetreiber. Der Kigali International Airport liegt etwa 10 km vom Stadtzentrum entfernt.
Barrierefreiheit. Nach Angabe der Gedenkstätte sind die Dauerausstellungen derzeit nur über Treppen erreichbar. Auf Anfrage hilft das Personal. Die Außenbereiche sind leichter zugänglich.
Kinder. Kinder unter 12 Jahren haben keinen Zutritt. Wenn Sie mit jüngeren Kindern reisen, planen Sie den Tag in Kigali entsprechend.
Zeit. Planen Sie mindestens 1,5 Stunden ein und lassen Sie den Rest des Tages nach Möglichkeit frei, ohne festes Programm direkt im Anschluss. Wo Sie in der Stadt wohnen können, erklärt die Seite zur Unterkunft in Ruanda, die Jahreszeiten die Seite zur besten Reisezeit.
Besuch der Genozid-Gedenkstätte Kigali: häufige Fragen
Wann ist die Genozid-Gedenkstätte Kigali geöffnet?
Täglich von 9 bis 17 Uhr, letzter Einlass ist um 16 Uhr. Am letzten Samstag im Monat öffnet sie erst um 13 Uhr. Am 25. Dezember und am 1. Januar ist sie geschlossen, normalerweise auch am Vormittag des 7. April.
Kostet der Besuch Eintritt?
Nein. Der Eintritt ist frei. Spenden sind willkommen, aber freiwillig. Das Audioguide-Paket Ubumuntu und Führungen mit Mitarbeitenden werden gesondert bezahlt.
Dürfen Kinder die Gedenkstätte besuchen?
Kinder unter 12 Jahren haben keinen Zutritt.
Darf ich fotografieren?
Im Außenbereich ja, kostenlos. In den Ausstellungen ist Fotografieren nicht gestattet. Professionelle Medien benötigen eine Genehmigung oder Akkreditierung.
Wie viel Zeit sollte ich einplanen?
Die Gedenkstätte empfiehlt mindestens 1,5 Stunden. Mit Audioguide oder Führung planen Sie nach Möglichkeit mehr Zeit ein.
Ist dies die Website der Gedenkstätte?
Nein. Dies ist ein unabhängiger Reiseführer ohne Verbindung zur Gedenkstätte oder zur Regierung Ruandas. Verbindliche Auskünfte erhalten Sie direkt bei der Gedenkstätte.